Googles neues Mobile Speed Testing Tool: An eigenen Maßstäben gescheitert

Zugegeben: Das angestaubte „Mobile friendly“-Tool durch etwas Schickeres zu ersetzen, war ein guter Ansatz von Google. Nur leider müssen die eigenen Entwickler gerade viel Spott im Netz ertragen.

Vor wenigen Tagen veröffentlichte Google die neue Website https://testmysite.thinkwithgoogle.com/ und lädt zum Ausprobieren ein: „Test how mobile-friendly your site is“. Seitenbetreiber können damit schnell prüfen, ob der eigene Internetauftritt eine zufriedenstellende Ladezeit bietet. Ein Faktor, der gerade in der mobilen Nutzung außerhalb eines performanten WLANs hohe Relevanz hat.

Dass man die Testabfrage aber nicht nur für seine eigene Website, sondern für jede beliebige Internetadresse durchführen kann, wurde Google in der internationalen Presse zum Verhängnis. Schnell wird nämlich klar, wie komplex das Thema Ladezeiten-Optimierung ist. So sehr, dass Google selbst für die eigenen Internetauftritte von Bestnoten entfernt ist: http://thenextweb.com/google/2016/06/02/awkward-moment-googles-new-website-testing-tool-ranks-google-poorly/

Die Häme ist allerdings überzogen. Google versucht, mit diesem Angebot ebenso wie mit den PageSPeed Insights das umfassende Thema Website-Performance zu vereinfachen und auch für weniger versierte Webmaster und Marketing-Verantwortliche greifbar zu machen. Das Problem liegt allzu oft darin, dass die Ergebnisse dieser Testseiten als detaillierte Website-Analysen mit eindeutigen Handlungsaufforderungen missverstanden werden. Wer sich strikt an alle Vorgaben hält, die Google in den Insights empfiehlt, wird seine Website nicht bis ins Detail optimiert haben. Und in manchen Punkten eventuell sogar schlechter dastehen als vorher.

Wie ist das möglich? Ein Beispiel macht es deutlich: Ein guter und aktuell in allen modernen Webrowsern funktionsfähiger Weg zur optimalen Auslieferung von Grafiken ist die Verwendung des <picture>-Tags in Verbindung mit unterschiedlichen Bilddateien, die je nach erforderlicher Größe geladen werden. Diese wertvolle Optimierung kann PageSpeed Insights nur leider nicht auslesen. Dort verbleibt trotz performanter Grafik-Einbindung die Warnung, dass Optimierungsbedarf bestünde.

Unter Experten ist daher die PageSpeed-Messung mit Googles Angeboten berechtigterweise umstritten: http://blog.wp-rocket.me/the-truth-about-google-pagespeed-insights/

Einen schnellen und zuverlässigen Weg zu einer umfassenden Performance-Analyse der eigenen Website gibt es leider nicht. Mit Hilfe unterschiedlicher Werkzeuge kann aber sehr wohl eine verlässliche Aussage darüber getroffen werden, wie mobiltauglich eine Website wirklich ist. Googles Analyse-Seiten liefern dabei die ersten Anhaltspunkte.