Schriftenvielfalt im Web

Lange galten für die Gestaltung von Internetauftritten erhebliche Einschränkungen bei der Wahl der Fließtext-Schriftarten. Die typografische Vielfalt beschränkte sich auf Aria, Helvetica, Verdana und die zur Bildschirmdarstellung berechtigterweise selten genutzte Times New Roman. Mit den Jahren kamen zwar wenige weitere Schriftarten hinzu, von gestalterischer Freiheit oder gar Schriftenvielfalt ist damit aber noch nicht zu sprechen.

Die Standard-Schriften begleiten uns beim Surfen auf großen und kleinen Websites, aber mit der Weiterentwicklung von CSS gibt es Wege, diesen Einschränkungen zu entkommen. „@font-face“ heißt die technische Lösung, die theoretisch das Einbinden jeder Schriftart erlaubt. Einzig das erwartete Format der Schriftartdatei – man ahnt es schon – unterscheidet sich von einem Browserhersteller zum anderen. iPohne und iPad erwarten eine SVG-Datei, andere begnügen sich mit TTF. Aber selbst der betagte Internet Explorer 6 bietet schon die Möglichkeit zur Einbettung von Schriften, möchte dafür aber auf eine EOT-Datei zugreifen.

Technisch  bedeutet das Einbinden indivueller Schriften also noch einen recht hohen Aufwand. Zusätzlich sind wichtige Lizenzfragen zu klären. Mit dem Kauf einer Schriftart hat man nicht zwangsläufig auch das Recht erworben, diese Datei als Webfont anzubieten. Immerhin stellt man damit die Datei anderen Nutzern direkt zur Verfügung. Vor dem Einsatz muss also unbedingt geklärt werden, ob die jeweiligen Veröffentlichungsrechte vorliegen.

Um die Schriftenvielfalt trotz der genannten Schwierigkeiten voran zu treiben, tut sich Google sei Mai 2010 mit seinem Google Font Directory hevor. Eine API lässt das Einbinden ausgewählter, lizenzfreier Schriften mit geringem Aufwand zu: Beim Laden einer Website wird die Browserversion erkannt und die benötigte Schriftart im richtigen Format ausgeliefert. Das ist als erster Schritt zu werten, um mit vertretbarem Aufwand und ohne zusätzliche Kosten abwechselungsreicher gestalten zu können und somit den typografischen Zwängen im Webdesign zu entkommen.