SEO (Suchmaschinenoptimierung) für Responsive Websites

Im Juni 2012 verkündete Google, für den eigenen Suchindex zukünftig mehr Wert auf die Usability von mobilen Websites zu legen. Vereinzelt wurde dieser Hinweis missverstanden: Responsive Webdesign ist damit nämlich nicht gleichbedeutend mit Suchmaschinenoptimierung. Vielmehr können auch bei Responsive Websites Fehler gemacht werden, die zu einer unvollständigen oder sogar Nicht-Indexierung durch Google führen.

Videoformate auf mobilen Endgeräten
Einer der häufigsten Fehler ist noch immer die fehlerhafte Integration von Videodateien. Wird hier beispielsweise ausschließlich auf das Flash-Video-Format (FLV) gesetzt, schließt man die mobilen Nutzer von diesem Inhalt aus. Leider ist es auch nicht ausreichend, sich für eines der anderen Formate zu entscheiden, die im Web Verwendung finden: Die unterschiedlichen Browserhersteller konnten sich bisher nicht auf die gemeinsame Unterstützung eines Formats einigen. Das macht es  notwendig, ein Video sowohl als MP4 und als WebM-Datei bereitzustellen. Zur Sicherheit sollte die FLV-Datei auch noch abgelegt sein. Möglich macht die Mehrfach-Hinterlegung von verschiedenen Dateiformaten das Video-Tag in HTML5. Dieses Vorgehen empfiehlt übrigens auch Google selbst:

„Many videos are not playable on smartphone devices. This can be due to requiring software or device capabilities that smartphones do not support or due to licensing constraints. We recommend using HTML5 standard tags to include videos and avoid content in formats, such as Flash, that are not supported by all mobile devices.

Regardless, try your best to offer smartphone users the best experience possible to make sure that the videos are playable on as many devices as possible. Also consider having the transcript of the video available on all devices as that may better serve your smartphone users.“
https://developers.google.com/webmasters/smartphone-sites/common-mistakes

Page Speed – Wie schnell lässt sich die Website laden?
Mit den Page Speed Insights liefert Google Website-Betreibern ein geeignetes Werkzeug, um die eigene Website in Hinblick auf die Ladezeiten zu testen. Auf der Seite wird zwischen mobiler und Desktop-Nutzung unterschieden. Klar ist, dass mobile Webseiten auch außerhalb eines schnellen WLANs – also in Mobilfunknetzen – abrufbar sein müssen. Es macht aus Nutzersicht also durchaus Sinn, wenn nach einer Google-Suche auf dem Smartphone dann tatsächlich die Websites bevorzugt auf der Ergebnisseite aufgelistet werden, die für dieses Endgerät auch optimiert sind. Responsive Websites, die gute Ladezeiten haben, werden von Google bevorzugt. Performance-Optimierung für mobile Internetauftritte ist also tatsächlich ein wichtiger Baustein der Suchmaschinenoptimierung.

Der hilfreiche Tempomesser wird von Google übrigens auch als Extension für den Chrome-Browser angeboten.

App-Werbung auf der mobilen Website
Viele Website-Betreiber möchten den Besucher darauf aufmerksam machen, wenn es alternativ zur mobilen Website auch eine eigene App gibt, die genutzt werden kann. Als besonders störend wird von Nutzern ein Popup-Hinweis empfunden, der zuerst weggeklickt werden muss, bevor man die eigentliche Website nutzen kann. Auch Google stört sich an dieser Vorgehensweise. Sie kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass der Google Spider nicht auf die hinter dem Popup liegenden Inhalte zugreifen kann und die Indexierung fehlschlägt. Auch hierzu gibt es ein offizielles Statement:

 „Many webmasters promote their site’s apps to their web visitors. There are many implementations to do this, some of which may cause indexing issues of smartphone-optimized content and others that may be too disruptive to the visitor’s usage of the site.

Based on these various considerations, we recommend using a simple banner to promote your app inline with the page’s content.“
https://developers.google.com/webmasters/smartphone-sites/common-mistakes

Fazit
Mit der Erstellung einer Responsive Website ist ein erster Schritt getan, um auch bei einer mobilen Suchanfrage bei Google besser gefunden zu werden. Immer wichtiger ist aber das Thema Ladezeiten. Aus unserer Erfahrung sind beeindruckende Veränderung in der Sichtbarkeit im Google-Index durch die Optimierung der Website-Performance zu erzielen. Eine genauere Auseinandersetzung mit den von Google gewünschten Verbesserungen in diesem Bereich lohnt in jedem Fall.